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Liebe Leserinnen und Leser, Zugegeben: In Deutschland und erst recht international gibt es aktuell so viele gravierende Probleme, dass objektiv die des Straßenbaus zu den weniger bedeutsamen gezählt werden müssen. Und bei genauerer Betrachtung der damit verbundenen Herausforderungen müssen wir auch feststellen, dass diese - die globale Klimakrise, die Verknappung der Baustoffverfügbarkeit, die hinterherhinkende Digitalisierung und die in fast allen Branchen beklagte Personalknappheit - den Straßenbau aktuell mehr bewegen als unsere fachlichen Gedanken um die Baustoff- und Einbauqualitäten, die Baustellenlogistik oder gar die technischen Prüfvorschriften. Unter diesen äußeren Einwirkungen auf unsere Branche geschieht etwas, was viele zuvor vermissten und schon nicht mehr für möglich gehalten haben: Der Straßenbau wird kreativ. Die deutliche Absenkung der Dämpfe und Aerosole, Wiederverwendung von Beton, der Einsatz von Schaumbitumen und die Abkehr von umweltschädigenden Energieträgern-die Themen der aktuellen fortschrittlichen Entwicklungen sind so vielfältig wie kaum zuvor. Natürlich prallen hier kontroverse Ansichten aufeinander und in vielen Fällen ist das auch nötig, denn gerade wenn erforderliche Entwicklungen vor allem zum Nutzen anderer zu erbringen sind, gilt es, die Berechtigung der eigenen Interessen zu betonen. Bei allen nachvollziehbaren ökologischen und gesellschaftlichen Zwängen darf die Qualität, d. h. die Dauerhaftigkeit unserer Straßen nicht aus den Augen verloren werden. So wie der Straßenbau die Interessen der branchenfremden Akteure aufnimmt, müssen auch die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft wahrgenommen und abwägend befriedigt werden. Dieser argumentative Austausch ist bisweilen anstrengend und erfordert die Aneignung von bisher wenig geforderten Kenntnissen aus branchenfernen Bereichen. Lösungen für die bestehenden Probleme und die Entwicklung von Innovationen sind längst interdisziplinär anzugehen und erfordern insofern die Fähigkeit, sich auf die Belange anderer einzulassen. |